berufsorientierung, orientierung, job-unzufriedenheit, professional orientation

 

 

Job-Unzufriedenheit

Zufällig erinnere ich mich noch gut an eine Umfrage vor 10 Jahren, bei der rd. 40% aller MitarbeiterInnen und 74% der Führungskräfte in ihren Jobs unzufrieden waren. Wie diese Prozentsätze wohl heute aussehen? Job-Unzufriedenheit ist offensichtlich schon seit jeher ein heißes Thema.

Was kann man eigentlich als MitarbeiterIn in einer beruflich unbefriedigenden Situation für sich tun? Hier einige Grundregeln, die immer gelten. Sie mögen zunächst banal anmuten – sind es aber, wie die Coaching-Praxis zeigt, keineswegs:

Was tun – und was lassen?

1. Niemals sofort kündigen. Ohne aktive Beschäftigung ist es ungleich schwieriger, eine neue zu finden, als aus ungekündiger Stellung.

2. Nicht in die innere Kündigung abtauchen. Ihre Leistung wird qualitativ und quantitativ sofort abnehmen, auch wenn es Ihnen selbst zunächst nicht so erscheint. Chefs und KollegInnen spüren das sofort – und damit verlieren Sie möglicherweise wichtige Unterstützer. Überlegen Sie, wie sich das auf Ihr Dienstzeugnis, auf mögliche ReferenzgeberInnen und auf Ihr Selbstwertgefühl auswirken wird. Ganz abgesehen vom Verlust gleichgesinnter Verbündeter, wenn es um Veränderungen geht (s. Pkt. 4).

Und das alles können Sie tun, um positiv und konstruktiv an der Lösung Ihres Problems Job-Unzufriedenheit zu arbeiten:

Bedürfnisse herausfinden

3. Durch Reflexion herausfinden, welche Ihrer Bedürfnisse in der aktuellen Situation nicht erfüllt sind. Es geht hier um „innere Auslöser“, nicht um das Finden von Schuldigen.  Überlegen Sie bitte ganz konkret, was in der folgenden Beispiel-Liste für Sie zutrifft – was Ihnen fehlt, wovon Sie zu viel haben oder was konkret nicht passt:

Die wesentlichen inneren Auslöser müssen Sie finden, bevor Sie daran gehen, etwas zu verändern. Wenn Sie diesen Schritt überspringen oder unvollständig machen, setzen Sie später mit Sicherheit falsche Maßnahmen.

Aktionen

4. Was können und was davon wollen Sie konkret tun, um Ihre Bedürfnisse (besser) zu erfüllen? Hier sind folgende Schritte zu setzen:

  • mit ChefIn, KollegInnen, Betriebsrat und/oder Coach reden
  • diese Gespräche gut vorbereiten, indem Sie überlegen, was Sie von den betreffenden Personen realistischerweise erwarten können (welche Möglichkeiten hat diese Person mir zu helfen, wie könnte sie reagieren, wie gehe ich am besten auf sie zu, wie nütze ich die Ergebnisse)
  • insbes. im Gespräch mit Chefs nichts fordern, sie nicht als unfähig hinstellen (Warum tun Sie nicht…?), sondern Engagement zeigen und anbieten nach dem Muster: Was kann oder muss ich tun, damit…?

Veränderungen verlangen auch Aktionen

5. Manches in Ihrer Umgebung wird nicht veränderbar sein. Was können oder müssen Sie in sich verändern, um es akzeptieren und damit leben zu können? Manches ist mit etwas mehr Resilienz zu bewältigen, ohne positive Elemente aufgeben zu müssen. Veränderungen bei sich selbst sind übrigens klassische Coaching-Themen!

Der letzte Schritt: Kündigung

6. Erst wenn Unveränderbares zutage getreten ist, das Sie keinesfalls akzeptieren wollen – erst dann sollten Sie an Kündigung denken. Es geht wirklich um Wollen oder nicht-Wollen – verwenden Sie beim Nachdenken hier nicht das Wort ‚können‘. Es geht immer um eine Entscheidung, die Sie selbst treffen. Und erst nachdem Sie zumindest eine echte und akzeptable Alternative gefunden haben (mehrere sind besser – mit einem Bewerbungscoaching verschaffen Sie sich eindeutig mehr und bessere Chancen!), dürfen Sie wirklich kündigen. Denken Sie auch dabei an Ihr Dienstzeugnis…

Ein – nicht nur ernstes – Interview zu diesem Thema finden Sie übrigens auch im News-Blog unter Interview: Job-Unzufriedenheit.

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