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Lob und Anerkennung

Lob und Anerkennung…

…sind zwei Begriffe, die häufig, wie im Titel dieses Beitrages, paarweise genannt werden. Offenbar handelt es sich um verschiedene Dinge, sonst würde ja eines davon genügen. Wieso werden sie dann so oft verwechselt?

AnerkennungAnerkennung bezieht sich auf eine gut erbrachte, also konkrete und überprüfbare Leistung – ohne Wertung der dahinter stehenden Person. Jede Leistung ist mit einem Nutzen verbunden, sonst würde man ja kaum von Leistung sprechen. Die Leistung wird deshalb am wirkungsvollsten unter Erwähnung des damit erbrachten Nutzens anerkannt: „Ihr Bericht, Frau Maier, ist so klar und schlüssig ausgearbeitet, dass er uns die Argumentation unserer Anliegen wesentlich erleichtert. Vielen Dank für diese erstklassige Arbeit!“ Damit weiß Frau Maier, welcher Aspekt ihrer Leistung welchen Nutzen erbracht hat. Das schafft die besten Voraussetzungen für die positive Erledigung auch der nächsten Aufgabe. Und inzwischen ist bekannt, dass die dadurch geschaffene positive Einstellung und Zuversicht auch die beste Vorbeugung gegenüber Burnout bewirkt.

LobLob bedeutet im Gegensatz dazu persönliche Zuwendung, bezieht sich nur auf die Person und stärkt deren Identität. Auch das ist positiv und sollte bei persönlichen Anlässen immer wieder vorkommen, etwa bei Festen, Jubiläen, Geburtstagsfeiern u.ä., aber nicht unmittelbar mit Leistung verknüpft werden. Lob hat in angemessener Dosis einen positiven Einfluss auf die Leistungsbereitschaft, weil es mit der Identität das Selbstwertgefühl stärkt und dadurch die Abhängigkeit von Erfolgen reduziert. Menschen mit starkem Selbstwertgefühl sind resilient, also widerstandsfähig gegenüber gelegentlichen Misserfolgen.

Weit mehr noch als Erwachsene brauchen übrigens Kinder und Jugendliche Lob, um ihre Identität erst einmal aufzubauen und laufend zu festigen. Auszubildende und jugendliche Praktikanten brauchen deshalb deutlich mehr persönliche, lobende Zuwendung als Erwachsene. Auch, ja sogar gerade dann, wenn sie Pannen verzeichnen mussten oder sich (etwa bezüglich des Arbeitsumfeldes) unangepasst verhalten haben. Hier richtig zu reagieren ist manchmal nicht leicht – einfühlsam geübte Kritik und Feedforward helfen weiter.

Lobhudelei, also das absichtsvoll in Qualität oder Quantität übertriebene Loben, wirkt klar demotivierend, weil sofort eine Absicht, nämlich ein Zusammenhang mit erwarteter Leistung, dahinter vermutet wird. Dieselbe Wirkung zeigt übrigens ungerechtfertigte Anerkennung, auch wenn sie noch so gut gemeint ist. Langfristig fehlendes Lob hingegen demotiviert schleichend – jeder Mensch braucht Zuwendung und Wertschätzung, auch am Arbeitsplatz!

 

Erfolgreich fuehren in NetzwerkenAnmerkung:

Dieser Beitrag ist ein adaptierter Auszug aus dem Kapitel Anerkennung und Kritik des von meincoach.at im März 2012 veröffentlichten Buches Erfolgreich Führen in Netzwerken. Durch Anklicken des vorangegangenen Links oder des nebenstehenden Umschlagbildes kommen Sie über einen Amazon-Partnerlink zum vollständigen Inhaltsverzeichnis und können dort unter anderen für Sie interessanten Führungsthemen blättern.

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Bildnachweis: Die ersten beiden Bilder dieser Seite sind das Original (oben) bzw. ein Auschnitt (unten), von Bildern, die auf  pixabay unter einer Creative Commons Lizenz (CC0 1 .0) veröffentlicht sind.

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