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Dienstleister: Neu-Orientierung oder was sonst?

Dienstleister – Ausgangssituation

Eine IT-Dienstleisterin, 51, seit über zwei Jahrzehnten selbständig, befürchtet, dass ihr die Decke auf den Kopf fallen könnte. Seit Jahren bildet sie sich laufend weiter, ist deshalb immer up-to-date in ihrem Gebiet und erfolgreich für Private und KMUs tätig. Trotzdem sieht sie vor allem die Routine-Anteile in ihren Dienstleister-Aufgaben und kann sich immer weniger vorstellen, dass sie das noch bis zur Pension durchhält. Besonders erschreckt sie die Entdeckung, dass sie erstmals überhaupt an ihre Pension denkt.

Eigentlich wollte sie doch einfach weiterarbeiten, so lange es ihr gefällt. Sollte dieser Punkt tatsächlich schon erreicht sein?

Neu-Orientierung für DienstleisterNeu-Orientierung – Suche

Seit längerer Zeit versucht sie deshalb, „mehr für sich zu tun“. Laufen und Yoga haben durchaus Verbesserungen gebracht, auch das Rauchen bringt sie immer besser unter Kontrolle – und doch: die tägliche Dienstleister-Routine in ihrem Büro bringt immer wieder dieselben Gedanken zum Kreisen. Soll das so weitergehen? Wie lange noch? War das wirklich schon alles?

Im Coaching wird zunächst das Erreichte gewürdigt – kein Problem nach all den Erfolgen! – und dann im Sinne V. E. Frankls nach verfügbaren Freiräumen gesucht. Nach der im Blog-Beitrag „Neu-Orientierung für Selbständige“ skizzierten Methode kommen folgende Ansatzpunkte für ihre Neu-Orientierung zum Vorschein. Das sind bereits Teil-Ziele, die umgesetzt werden wollen:

– ich experimentiere damit, mehr für andere zu tun (Firmen, Hilfsorganisationen u. Ä.)
– ich suche freie Mitarbeit (vorerst max. 2 Halbtage/Woche) nach folgenden Kriterien:
– außer Haus
– mit mehr Menschen
– auf Vorhandenem (fachliche Erfahrung usw.) aufbauend
– evtl. in Form von Unterricht, Lehre und/oder Beratung

Die letzte Frage nach erwünschten Veränderungen in anderen (nicht unbedingt geschäftlichen) Bereichen fördert das Thema Partnerschaft zutage und führte in Verbindung mit den bereits genannten Suchkriterien noch zu folgender Ergänzung:

– ich weite meinen sozialen Wirkungskreis aus, um ganz neue Leute kennenzulernen

Neu-Orientierung – Umsetzung

Zu allen Punkten wurden inzwischen (3 Monate) Kontakte angeknüpft, die Lust auf mehr erzeugt haben. Durch die in den Wochenablauf eingepflanzte Unterbrechung mit Aufgaben, die von der Sache her vertraut, vom Umfeld her jedoch sehr anders angelegt sind, wird die an sich unveränderte Routine des laufenden Geschäftes ebenfalls unter neuen Perspektiven gesehen.

Menschen haben genug, wovon sie leben können – aber zu wenig, wofür sie leben.

V. E. Frankl

Was vorher einsame Routine war, ist inzwischen zu einem Element der Sicherheit und des Rückzugs geworden. Die neuen Aufgaben hingegen haben die Suche von der ursprünglichen Ausrichtung des „mehr für sich selbst tun“ auf „etwas für andere tun“ neu orientiert.

Was sich daraus schließlich entwickeln wird, ist vorerst offen. Die Neu-Orientierung ihrer beruflichen Tätigkeit hat damit konkrete Gestalt angenommen, die lähmende Unzufriedenheit ist neuem Tatendrang gewichen. Das Leben geht weiter.

Aufwand

Business Coaching: 2h. Zur Verfolgung der praktischen Umsetzung sind monatliche Follow-Ups vereinbart, die auch telefonisch durchgeführt werden können; bisher 3 Follow-Ups zu je ca. 1/2h.

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