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Science-Industry-Talk 2014: Talent(e) finden und fördern

Science-Industry-Talk 2014: Talent(e) finden und fördernIST Austria

Die Serie der Science-Industry-Talks wird vom IST-Austria gemeinsam mit der Industriellenvereinigung (IV) veranstaltet, um die Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie zu stärken. Die Veranstaltung am 3.6.2014 ist die vierte dieser Reihe und im Mittelpunkt steht diesmal das Thema ‚Talent(e) finden und fördern‘. Moderator ist Oliver Lehmann (Media Relations, IST Austria).

Die persönliche Arbeit mit SpitzenwissenschafterInnen im Rahmen von Coachings begründet mein Interesse am Science-Industry-Talk. Dieser Blog-Beitrag gibt einen kurzen inhaltlichen Abriss verbunden mit einigen persönlichen Stellungnahmen zu den für meincoach.at bedeutsamen Punkten.

Im einzelnen sollen folgende Themen behandelt werden: Welche Persönlichkeiten und Talente werden benötigt, um Wissenschaft und Geschäft zu verbinden? Wie kann die Industrie mit der Unvorhersehbarkeit der Grundlagenforschung umgehen? Wie können WissenschafterInnen mit der Notwendigkeit anwendbarer Ergebnisse umgehen? Was braucht es, um Talente zu finden und unkonventionelles Denken zu fördern? Was haben hervorragende WissenschafterInnen und erfolgreiche Unternehmer gemein?

Zu Beginn steckt Georg Kapsch, Präsident der IV, den Rahmen aus seiner Sicht ab: Er beklagt, dass weniger als 20% der Studienanfänger technische Studienrichtungen belegen und bringt das mit einem Mangel an Talenten in Verbindung – allerdings ohne diesen Zusammenhang in irgendeiner Form zu demonstrieren. Das Technikbewusstsein in Österreich müsse gesteigert und der manifeste ‚brain drain‘ gestoppt werden; und eine politisch ungefärbte, nachhaltige Unterstützung von Einzelpersonen sowie technologieintensiven Unternehmen sei vordringlich.

Der BM für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Reinhold Mitterlehner, schätzt es, sowohl Forschung und Entwicklung, als auch die wirtschaftliche Umsetzung im Blickwinkel seines Ministeriums zu haben. Er bleibt allerdings konkrete Ansatzpunkte dafür schuldig, inwieweit sich das positiv für diese drei Bereiche auswirkt oder künftig auswirken könnte.

Den Hauptteil dieses Science-Industry-Talks bildet eine Podikumsdiskussion der Damen Helga Rübsamen-Schaeff (AiCuris GmbH, DE), Maria Ringler (Ashoka, AT) sowie der Herren Edward Astle (NED Intertek, GB), Falk Straschegg (Extorel GmbH, DE) und Friedrich Prinz (Stanford University, USA) als RepräsentantInnen sowohl für Wissenschaft und Industrie.

panelists science industry talk 2014

Die Diskussion stellt gleich zu Beginn außer Streit, dass Talente weltweit gesucht werden müssen. Dass die aktuellen Auswahlbedingungen an Hochschulen und Forschungsinstituten möglicherweise das verfügbare Potential nicht befriedigend ausschöpfen ist ebensowenig Diskussionsthema wie die Option, gefundene Talente besser zu entwickeln. Ausgehend von der zunächst an die DiskussionsteilnehmerInnen gerichteten Frage, welche Talente sie selbst für ihre jeweiligen Erfolge als wesentlich ansehen, fallen im Zuge des Gesprächs dennoch eine Reihe interessanter Aussagen, die hier als Schlagzeilen aufgelistet sind:

  • Perfektion ist langweilig (Straschegg)
  • Unternehmer werden durch ihre Mission getrieben, nicht durch Geld (Ringler)
  • Veränderung bewirkende Fähigkeiten sind Empathie, Führerschaft und Teamarbeit (Ringler)
  • das Hauptproblem ist nicht, Talente zu finden, sondern sie [als Universität bzw. Arbeitgeber] anzuziehen; die Studenten schauen auf Uni-Rankings (Prinz)
  • eine fehlertolerante Kultur ist wesentlich, um talentierte Studenten anzulocken (Prinz)
  • Talente zu finden ist etwas ganz anderes als Geschäftsmöglichkeiten zu entdecken (Straschegg)
  • ein Unternehmen zu starten kann völlig andere Talente erfordern als dasselbe Unternehmen zu betreiben (Straschegg)
  • Talente können versteckt bleiben, weil sie nie herausgefordert wurden – Coaching (sic!) kann eine hervorragende Methode sein, sie an die Oberfläche zu bringen (Rübsamen-Schaeff)

Gegenüber den dem Science-Industry-Talk 2014 zugrunde gelegten Fragen (s. oben) bleibt die durchgeführte Diskussion deutlich erkennbar zurück. Der Umgang mit Unvorhergesehenem, Unkonventionellem oder völlig Neuem etwa wird kaum angerissen, ebensowenig Ansatzpunkte für eine staatlich gelenkte Wissenschaftsspolitik und Umsetzungsförderung. Anderseits gibt es durchaus praktisch verwertbare Hinweise, worauf es heute sowohl aus Sicht der WissenschafterInnen als auch aus Sicht der Universitäten und Arbeitgeber anzukommen scheint. Es bleibt der persönlichen Einschätzung aller (von welcher Seite auch immer) Betroffenen überlassen, daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Das meincoach.atKopfarbeiterInnen-Coaching kann hier jedenfalls individuell wichtige Beträge leisten.

Eine ausführliche Fragerunde mit z.T. sehr persönlichen Bezügen zu den Anliegen der Fragensteller schließt den Science-Industry-Talk 2014 ab.
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