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Team-Leistung verbessern

Team-Leistung

Team-Leistung

Teams leisten mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Wer wünscht sich das nicht? Wunschdenken und Schönfärberei sind leichter als den Gegenbeispielen auf den Grund zu gehen. Und wer hat noch keine Gegenbeispiele dazu erlebt – also Team-Leistung, die die Erwartungen nicht erfüllt hat?

Kann natürlich peinlich sein, vor versammeltem Team über versäumte Termine, überzogene Budgets und unerfüllte Anforderungen zu reden. Dann schon lieber Einzelgespräche. Tatsächlich bringen die Einiges – allerdings nur bei Themen, die sich klar und ausschließlich einzelnen Personen zuordnen lassen. Unter vier Augen wird manches leichter. Übrigens auch Schuldzuweisungen an abwesende Dritte.

So erreicht die Team-Leistung aber bestenfalls die Summe der Einzelbeiträge. Wo bleibt der Gewinn aus der Teamarbeit? Wie erfahren die Team-Mitglieder voneinander, welche Erwartungen sie selbst ans Team haben? Welche dieser Erwartungen werden erfüllt und welche nicht? Wann wird geklärt, was im Team selbst als professionelles Vorgehen und adäquate Team-Leistung angesehen wird?

Über Team-Leistung reden

Diese Fragen immer nur im Einzelgespräch zu thematisieren anstatt gemeinsame Antworten dafür zu finden macht MitarbeiterInnen von der Führungskraft abhängig: die Einzelnen bleiben alleine auf deren Urteil angewiesen, nur mit ihr werden Verbesserungsoptionen diskutiert. Die Auseinandersetzung mit den Team-KollegInnen entfällt. Kommt dann doch einmal die Team-Leistung im Team selbst zur Sprache, dann gibt es rasch einmal Beleidigte, die sich zurückziehen und Lerneffekte gar nicht erst entstehen lassen.

Wundern Sie sich bitte nicht, wenn sich bei Gesprächen über und Fragen zur Teamleistung vielleicht ganz andere Prioritäten zeigen als Sie vielleicht erwartet hätten. Einer aktuellen (2018) Studie zum Thema Team-Effectiveness zufolge ist psychische Sicherheit der zentrale Faktor in diesem Zusammenhang, gefolgt von Zielorientierung, Selbstwirksamkeit und, in weitem Abstand, Fachkompetenz. Darauf zielen auch die folgenden Fragen ab.

Fragen zur Team-Besprechung

Lösungsansätze müssen, wie bei der Team-Selbstreflexion, in einer gemeinsamen Team-Besprechung gefunden werden. Um die Team-Leistung zu verbessern, ist auch der Zeitpunkt wichtig – der Abschluss eines kleineren oder das Erreichen wichtiger Meilensteine eines größeren Projektes ist der beste Moment. Und wieder liegt der Schlüssel zum Erfolg bei den zu stellenden Fragen und ihre Reihenfolge:

  • Was waren unsere (bisherigen) Erfolge im Projekt und was ist uns weniger gelungen?
  • Wie könnten wir diese Erfolge noch steigern?
  • Was war (bisher) besonders schwierig für uns und wie haben wir diese Schwierigkeiten bewältigt?
  • Gab es wiederkehrende Zielkonflikte und wie haben wir sie gelöst? Was müsste sich ändern, um es künftig besser zu machen?
  • Woran sind wir in letzter Zeit als Team gescheitert…
  • …und was lernen wir aus dem Scheitern in einzelnen Punkten?
  • Wie reagieren wir professionell auf Situationen, die wiederkehrend Unsicherheit erzeugen? Wie auf Ausnahmesituationen, auf Unvorhergesehenes?

Und schließlich sollten Sie dazwischen immer wieder, spätestens aber nach jeder Teambesprechung, die für Sie persönlich entscheidende Frage an sich selbst richten:

  • Was kann ich im besprochenen Zusammenhang tun, um mein Team erfolgreicher zu machen?

Das ist nämlich Ihre ureigenste persönliche Aufgabe; immer und  jederzeit. Erfüllen Sie diese Aufgabe, dann folgt – Ihr eigener Erfolg.

Team-Leistung – Hintergrund

Diese Vorgangsweise, die Probleme, deren Ursachen und mögliche Lösungen niemals direkt mit Einzelnen in Verbindung bringt, sondern die Blicke lösungsorientiert in die Zukunft richtet, …

  • spricht Leistungsfaktoren an, ohne das Wort Leistung überhaupt zu erwähnen;
  • regt die Kritik- und Urteilsfähigkeit der einzelnen Teammitglieder an;
  • erzeugt eigene Lösungsansätze, die auch einmal ungewöhnlich sein können, am ehesten  akzeptiert werden und beste Erfolgsschancen haben (z.B. Ansätze zu Selbstorganisation im Team, die aus dem Team selbst kommen);
  • und stärkt durch diese Einflüsse Verantwortungsbewusstsein, Verantwortungsbereitschaft, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im Team wie in den Einzelpersonen;
  • Ängste und äußere wie innere Konflikte werden spürbar und damit bearbeitbar.

Die Steigerung der Fragen vom Bekannten, Alltäglichen hin zum Unbekannten und Unerwarteten erlaubt und fördert Perspektiven, die sich von zunächst quantitativer Steigerung der Team-Leistung über qualitative Verbesserungen (z.B. geänderte Prozesse) erfahrungsgemäß bis hin zu radikalen Veränderungen, also neuen Lösungsansätzen entwickeln.

Versuchen Sie es einfach. Einmal erlebt werden Sie niemals mehr auf dieses Potential verzichten wollen.

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Bildnachweis: Das Artikelbild ist ein Auschnitt eines Bildes von Knilram, das auf  Flickr unter einer Creative Commons Lizenz (CC BY-NC 2.0) veröffentlicht ist.

Dieser Beitrag wurde erstmals am 9.3.2014 veröffentlicht und seither mehrfach aktualisiert.

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