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Tetralemma-Aufstellung

Tetralemma-Aufstellung zur Entscheidungshilfe

Aufstellungen sind für systemisches Coaching, systemische Beratung häufig verwendete Methoden, um komplexe Zusammenhänge und emotionale Zustände zu untersuchen und Veränderungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Tetralemma-Aufstellung hat eine besondere Bedeutung gewonnen, weil sie sich als Hilfe in einer schwer entscheidbaren Situation (Dilemma), für die Entwicklung neuer Alternativen und für deren emotionale Absicherung besonders gut eignet.

Besonders praktisch für Einzelcoachings und Einzelberatungen sind symbolische Aufstellungsformate. Das sind Aufstellungen, in denen einzelne Elemente durch unbelebte Dinge repräsentiert werden. Diese erlauben der aufstellenden Person, das System, Beziehungen, Emotionen usw. aus der Perspektive des repräsentierten Elements wahrzunehmen – das kann eine Person sein, der Teil einer Organisation, oder ein völlig abstraktes Strukturelement wie etwa eine Idee, eine Berufstätigkeit oder was immer.1) Geeignet sind Holzfiguren beim Systembrett, Post-Its auf einem Flip-Chart, Moderationskarten, Sessel oder Polster auf dem Boden – oder Dinge, die eine besondere metaphorische Bedeutung annehmen können.

Tetralemma-Aufstellung, symbolische Strukturaufstellung

Das Bild zeigt als Beispiel eine Tetralemma-Aufstellung mit einer menschlichen Repräsentantin und mehreren symbolischen Elementen im Einzelcoaching. Schuhe als Symbole zu verwenden hat den besonderen Charme, dass diese metaphorisch zum „Hineinschlüpfen“ in verschiedene Positionen einladen und dadurch den Rollenwechsel der aufstellenden Person besonders unterstützen.

Wie „funktioniert“ eine Tetralemma-Aufstellung?

Die Tetralemma-Aufstellung drückt ein logisches Argumentationsmuster aus: Neben den beiden offenkundigen Polen des Dilemmas, A und B, gibt es noch eine Position „Beides“, die – je nach Sichtweise – deren Gemeinsamkeiten oder ihre Vereinigung darstellt, und eine Position „Keines von Beidem“, die Zusammenhänge darstellt, die außerhalb des Dilemmas liegen und es möglicherweise sogar bewirkt haben. Dazu kommt noch eine fünfte Position, die „das alles nicht und selbst das nicht“ repräsentiert, sich damit über die bis dahin verfolgte Logik hinaus erhebt und so häufig zum Kristallisationspunkt kreativer Ideen wird. Der „Fokus“ ist die aktuelle Position (Sichtweise) der aufstellenden Person.

Möglich ist eine Positionierung der 4 Hauptelemente in einem Quadrat oder völlig frei im Raum. Die freie Form lädt dazu ein, auch weitere entfernte (z.B. biografische) Einflüsse miteinzubeziehen. Die vorgegebene Struktur schließt solche Einflüsse eher aus. Der Fokus und die fünfte Position sind frei beweglich.

Unter Anleitung des Coaches/Beraters nimmt die aufstellende Person zyklisch alle Positionen der Reihe nach ein. Passende Fragen regen zur Reflexion an. Oft zeigt sich schon nach 2 Durchgängen eine überraschende Klärung des Situation. Es werden Fakten wahrgenommen, die bisher übersehen oder nur unter einschränkenden Blickwinkeln gesehen wurden.

Die Tetralemma-Aufstellung lässt sich auch auf Entscheidungssituationen mit mehr als zwei Alternativen verallgemeinern, ebenso sind Erweiterungen und Abläufe möglich, die vor allem die Suche nach neuen Ideen betonen. Sie ist rein intuitiv einsetzbar, fordert aber auch logisch-rational geprägte Menschen sehr heraus und liefert immer wieder höchst überraschende Ergebnisse.

Tetralemma-Aufstellung – und danach?

So sehr die Tetralemma-Aufstellung Klärung und Entscheidungsfindung unterstützt – es sollte nicht während der Aufstellung selbst tatsächlich entschieden werden. Zweckmäßig ist eine Art „Abkühlperiode“ von mindestens einem Tag, um nicht unter einzelnen, in der Situation übermächtig wirkenden Eindrücken zu entscheiden. Klassisch ist die Anwendung für eine Berufsentscheidung.

Vor welcher Entscheidung stehen Sie? Im Erstgespräch machen Sie die ersten Schritte, klären die Alternativen und Voraussetzungen.  Dann führt Sie meincoach.at – z.B. in Ihrem Bewerbungscoaching – durch situationsbezogene Fragen einfühlsam durch Ihren Entscheidungsprozess. Sie schaffen dabei einen klaren Überblick über Ihre Situation, fügen das dissonante Für und Wider zu einem harmonischen Ganzen zusammen und gewinnen das zutiefst beruhigende Gefühl, eine zu treffende Entscheidung sicher, fundiert und richtig vorbereitet zu haben.2)

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1) Insa SPARRER: Wunder, Lösung und System – lösungsfokussierte systemische Strukturaufstellung; hier dazu meine Rezension einer älteren Ausgabe (2002)
2) Anmerkung: Dieser Beitrag ist keine Anleitung, um selbst Tetralemma-Aufstellungen durchzuführen. Falls Sie über ausreichende Aufstellungserfahrung verfügen, gibt Ihnen der obigen Literaturhinweis entsprechende Details; falls nicht, machen Sie Aufstellungen bitte immer nur unter Führung erfahrener Aufsteller.

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