Perspektiven

Verantwortung – Teil 3: Verantwortungsbereitschaft

Verantwortungsbereitschaft

Verantwortungsbereitschaft

  1. Die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen ist bei einzelnen MitarbeiterIn (MA) qualitativ und quantitativ unterschiedlich ausgeprägt. Sie ist auch eine Funktion persönlicher Reife. Führungskräfte (FK) können Verantwortungsbereitschaft fördern durch
  • offen entgegengebrachtes Vertrauen durch Übertragung fordernder, aber doch bewältigbarer Aufgaben
  • Freiräume bei der Zielerreichung und der Erfüllung von Aufgaben – MA sollen frei sein in der Wahl der Wege
  • konstruktive Feedback- und Fehlerkultur über die gesamte Hierarchie
  • explizite Wertschätzung, Förderung und Anerkennung der MA durch die FK
  1. Moderne Organisationsformen (Selbstorganisation) und Arbeitsmethoden (z.B. Agiles Arbeiten) sind hervorragende Umgebungen zur Förderung von Verantwortungsbereit­schaft. Umgekehrt bilden starre Hierarchien und autokratische Befehlsstrukturen die schlechtestmög­lichen Voraussetzungen für die Entwicklung von Eigenverantwortung und Verantwor­tungs­bereitschaft.
  2. Wiederkehrende moderierte Teamreflexionen gewöhnen MA daran, dass eigenes Nach­denken über Leistungen, Qualität, Erfolge und Misserfolge sowie Weiterentwicklung ein auf jeder Ebene normaler Prozess ist, den jede Person alleine oder mit externer Beglei­tung auch für sich durchführen kann.
  3. Die MA müssen nicht nur rational, sondern auch auf emotionaler Ebene angesprochen werden, um notwendige Veränderungen selbständig anzugehen:
  • Mut und Handlungsfähigkeit anstelle von Angst und Hilflosigkeit vermitteln. Die positive Erinnerung an früher schon einmal bewältigte schwierige Aufgabe und Krisen fördert Vertrauen in eigene Fähigkeiten und stärkt den Selbstwert.
  • Ursachen und Hintergründe von Krisen und Problemen klar ansprechen. Oft kennen sie die Mitarbeiter ohnehin, so wird die Argumentation aber glaubwürdig.
  • Gegebenenfalls offen einzubekennen, dass bisher zu lange zugesehen wurde, dass ungeeignete Maßnahmen zu Misserfolgen geführt haben usw. erzeugt Respekt und erneuert Veränderungs- und Verantwortungsbereitschaft.

 

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Der Beitrag „Verantwortung“ besteht aus 4 Teilen:
Teil 1: Wie entsteht Verantwortung?
Teil 2: Verantwortungsbewusstsein
Teil 3: Verantwortungsbereitschaft (dieser Teil)
Teil 4: Verantwortung übertragen und übernehmen

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Quellenhinweis: Bei der Erstellung dieses Textes habe ich auf eigene Führungs-, Beratungs- und KundInnen-Erfahrungen zurückgegriffen, viele Anregungen verdanke ich aber auch Blog-Beiträgen von Burkhard Heidenberger, Günther Panhölzl und Dieter Lederer.

Foto von russn_fckr via unsplash

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